Trauzeuge und Trauzeugin
Herzlichen Glückwunsch, du bist gefragt worden. Hier findest du, was vor, am und nach dem Hochzeitstag auf dich zukommt, was Standesamt und Kirche in Österreich verlangen, und eine Checkliste zum Abhaken.
Die Rolle
Trauzeugen bezeugen mit ihrer Unterschrift die Eheschließung. Am Standesamt sind sie freiwillig, in der katholischen Kirche braucht es mindestens zwei. Alles, was du sonst für die beiden tust, machst du aus Freundschaft.
Auswahl
Meist fragt das Paar die engsten Freundinnen, Freunde oder Geschwister. Ob Mann oder Frau, ist egal. Die Braut kann einen Trauzeugen haben, der Bräutigam eine Trauzeugin.
Aufgaben
Rechtlich ist es nur die Unterschrift. Meist hilfst du außerdem bei der Planung, organisierst das Poltern und hältst bei der Feier eine kurze Rede.
Grenzen
Du musst nicht rund um die Uhr erreichbar sein. Redet früh darüber, was sich das Paar wünscht und wie viel Zeit und Geld du einbringen kannst.
Vor der Hochzeit
Die meiste Arbeit fällt in die Wochen davor. Diese acht Aufgaben kommen am häufigsten vor. Was davon du übernimmst, machst du mit dem Paar aus.
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Zuhören und mitplanen
Du hörst oft als Erste oder Erster von Ideen und Zweifeln. Hilf beim Sortieren, entscheiden darf das Paar.
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Termine fixieren
Trag Standesamt, Kirche, Probe und Poltern mit Uhrzeit und Adresse in deinen Kalender ein. Den Hochzeitstag nimmst du dir am besten ganz frei.
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Ausweis prüfen
Für die Unterschrift am Standesamt brauchst du einen amtlichen Lichtbildausweis, am besten Reisepass oder Personalausweis. Schau früh nach, ob deiner noch gilt.
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Poltern organisieren
Meist planen die Trauzeugen den Polterabend oder Junggesellenabschied. Klärt mit der Gruppe vorher Programm und Kosten und fragt nach, was die Braut oder der Bräutigam auf keinen Fall möchte.
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Gemeinsames Geschenk
Sammle Ideen und Beiträge der Gäste und sag dazu, bis wann gezahlt wird. Einen Rechner für den Betrag pro Person findest du bei den Geschenkideen.
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Rede vorbereiten
Drei bis fünf Minuten reichen. Hilfe beim Aufbau und zwei ganze Beispielreden findest du bei der Trauzeugenrede.
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Programm abstimmen
Sprich Spiele, Einlagen und die Hochzeitszeitung mit Moderation, Band oder Location ab, damit nichts doppelt geplant ist.
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Notfalltasche packen
Pack Taschentücher, Pflaster, Sicherheitsnadeln, Haarnadeln, Ladekabel und Traubenzucker ein. Irgendwer braucht am Hochzeitstag bestimmt etwas davon.
Am Hochzeitstag
Am Hochzeitstag kommen das Paar, die Gäste und die Fotografin mit ihren Fragen meist zuerst zu dir. So verteilen sich deine Aufgaben über den Tag.
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Am Morgen
Beim Anziehen helfen, Anstecker oder Schleier richten und für Ruhe sorgen. Ringe und Ausweis einpacken.
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Bei der Trauung
Pünktlich da sein, neben dem Paar Platz nehmen, die Ringe reichen, wenn ihr das so vereinbart habt, und unterschreiben.
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Bei der Agape
Gratulationen ordnen, Spalier anleiten, Gruppenfoto organisieren und Geschenke samt Karten in Sicherheit bringen.
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Bei der Feier
Rede halten, Programmpunkte ansagen, für Pausen des Paares sorgen und bis zum Schluss ansprechbar bleiben.
Nach der Hochzeit
Wenn die Musik aus ist, bleibt noch ein bisschen zu tun, meist in den ersten Tagen danach.
Geschenke übergeben
Verwahre Karten, Kuverts und Pakete sicher und gib sie dem Paar am nächsten Tag geordnet.
Geliehenes zurückbringen
Bring Deko, Technik, Kleidung und alles, was für Spiele ausgeborgt wurde, den richtigen Leuten zurück.
Fotos sammeln
Sammle die Handyfotos der Gäste in einem gemeinsamen Ordner, bevor sie in hundert Chats verschwinden.
Zurückschauen
Trefft euch ein paar Tage später und schaut gemeinsam auf den Tag zurück. Dann kannst du dem Paar erzählen, was es selbst gar nicht mitbekommen hat.
Trauzeugen am Standesamt. Seit 1. November 2013 sind sie freiwillig, möglich sind keiner, einer oder zwei.
Quelle: § 18 PStG 2013, oesterreich.gv.at · Stand November 2026
Rechtliches in Österreich
Jahre alt müssen Trauzeugen mindestens sein, am Standesamt genauso wie in den katholischen Pfarren.
Quelle: § 9 PStG-DV 2013, oesterreich.gv.at · Stand November 2026
Zeugen braucht die katholische Trauung mindestens.
Quelle: can. 1108 CIC, Erzdiözese Wien · Stand November 2026
| Trauung | Trauzeugen | Alter | Was du brauchst |
|---|---|---|---|
| Standesamt | keiner, einer oder zwei, keine Pflicht | ab 18 | amtlicher Lichtbildausweis, am besten Reisepass oder Personalausweis; du musst die Sprache der Trauung verstehen, in Wien wird auf Deutsch getrautQuelle: § 18 PStG 2013, § 9 PStG-DV 2013, oesterreich.gv.at, Stadt Wien · Stand November 2026 |
| Katholisch | mindestens zwei, auch mehr möglich | ab 18 | die Konfession spielt keine Rolle; Namen und Adressen gibt das Paar bei der Anmeldung in der Pfarre anQuelle: can. 1108 CIC, Erzdiözese Wien, oesterreich.gv.at · Stand November 2026 |
| Evangelisch | nicht vorgeschrieben, auf Wunsch möglich | nicht festgelegt | die Ehe wird am Standesamt geschlossen, die Kirche segnet sieQuelle: oesterreich.gv.at, Kirchenrecht A.B. · Stand November 2026 |
| Freie Trauung | frei wählbar, rein symbolisch | nicht festgelegt | rechtsgültig ist nur die Trauung am StandesamtQuelle: § 17 Ehegesetz, oesterreich.gv.at · Stand November 2026 |
Im Zweifel gilt, was dein Standesamt oder deine Pfarre sagt.
Kosten
Eine feste Regel gibt es nicht, meist wird es aber so aufgeteilt. Redet am besten gleich zu Beginn darüber, wer was zahlt.
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Dein Outfit
zahlst duKleid oder Anzug, Friseur und Schuhe. Manche Paare übernehmen einen Teil, wenn sie eine Farbe vorgeben.
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Anreise und Hotel
meist duLiegt die Feier weit weg, zahlen manche Paare ihren Trauzeugen das Zimmer als Dankeschön.
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Poltern
teilt die GruppeDie Teilnehmenden teilen sich die Kosten, Braut oder Bräutigam sind eingeladen.
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Hochzeitsgeschenk
zahlst duOft als Anteil an einem gemeinsamen Geschenk. Wie viel passt, steht bei den Geschenken.
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Spiele und Einlagen
aus der GästekasseMaterial für Spiele, Hochzeitszeitung oder eine Überraschung zahlen meist alle Beteiligten gemeinsam.
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Brautentführung
oft duWer die Braut entführen lässt, zahlt nach altem Brauch die Runde im Wirtshaus mit. Haltet sie kurz.
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Essen und Getränke
zahlt das PaarBei der Feier bist du Gast. Auch die Agape richtet in der Regel das Brautpaar aus.
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Fotos, Musik, Location
zahlt das PaarDas bucht und zahlt das Paar. Bei Absprachen mit den Dienstleistern kannst du trotzdem helfen.
Bräuche in Österreich
Bei vielen Bräuchen haben die Trauzeugen eine feste Rolle. Was davon auf eurer Hochzeit passt, entscheidet das Paar.





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Poltern
In Österreich meint das Wort zweierlei, den Junggesellenabschied mit den Freundinnen oder Freunden und den Abend, an dem altes Geschirr zerschlagen wird. Scherben sollen Glück bringen, das Paar kehrt sie gemeinsam zusammen. Glas und Spiegel bleiben dabei heil.
Deine RolleEinladen, Programm planen, Kosten in der Gruppe aufteilen und darauf achten, dass der Abend für alle schön bleibt.
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Brautentführung
Während der Feier entführen Freunde die Braut in ein nahes Wirtshaus. Der Bräutigam sucht sie und löst sie mit einer Runde, einem Lied oder einer Aufgabe wieder aus. Nicht jedes Paar mag das, fragt also vorher.
Deine RolleNach altem Brauch hätte der Trauzeuge auf die Braut aufpassen sollen und zahlt deshalb oft mit. Halte die Entführung kurz und sag Location und Fotograf Bescheid.
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Spalier
Nach der Trauung stehen die Gäste in zwei Reihen vor dem Ausgang, das Paar geht hindurch. Vereine wie Feuerwehr oder Musikkapelle bilden oft ein eigenes Spalier mit Schläuchen, Instrumenten oder Schlägern.
Deine RolleGäste rechtzeitig nach draußen bitten, Blüten oder Seifenblasen verteilen und vorher klären, was an der Location erlaubt ist.
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Agape
Direkt nach der Trauung gibt es einen Umtrunk mit Sekt oder Saft und Kleinigkeiten zu essen, bei dem alle dem Paar gratulieren. Das griechische Wort meint die Liebe unter Menschen.
Deine RolleDie Gratulationen in Gang bringen, das Gruppenfoto organisieren und Geschenke einsammeln, bevor sie irgendwo liegen bleiben.
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Mitternachtseinlage
Um Mitternacht überraschen die Gäste das Paar, etwa mit einem Tanz der Freunde, einem Lied, einem Video oder einem Auftritt. Oft folgt ein Mitternachtsimbiss, klassisch eine Gulaschsuppe.
Deine RolleDie Einlage mit Freunden proben, den Zeitpunkt mit Band oder DJ abstimmen und das Paar im richtigen Moment auf die Tanzfläche holen.
Checkliste
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Vor der Hochzeit
Ab der Zusage bis zur Woche davor
Am Hochzeitstag
Vom Morgen bis zum letzten Tanz
Nach der Hochzeit
In den Tagen danach
Häufige Fragen
Braucht man in Österreich Trauzeugen?
Am Standesamt nicht. Seit 1. November 2013 kann die standesamtliche Trauung in Österreich ohne Zeugen oder mit nur einem stattfinden, wenn beide Verlobte das erklären. Wer möchte, bringt einen oder zwei mit. Für die katholische Trauung braucht es dagegen mindestens zwei Zeugen.
Quelle: § 18 PStG 2013, oesterreich.gv.at, can. 1108 CIC · Stand November 2026
Wie viele Trauzeugen braucht man am Standesamt und in der Kirche?
Am Standesamt sind keiner, einer oder zwei Trauzeugen möglich. Mehr als zwei sieht das Gesetz nicht vor. In der katholischen Kirche sind mindestens zwei vorgeschrieben, es dürfen auch mehr sein. Bei der evangelischen und bei der freien Trauung entscheidet das Paar.
Quelle: § 18 PStG 2013, Stadt Wien, Erzdiözese Wien, oesterreich.gv.at · Stand November 2026
Wie alt muss ein Trauzeuge sein?
Am Standesamt mindestens 18 Jahre, so steht es in der Verordnung zum Personenstandsgesetz. Auch die katholischen Pfarren in Österreich verlangen 18 Jahre. Am Standesamt musst du außerdem die Sprache verstehen, in der getraut wird, und fähig sein, die Trauung zu bezeugen.
Quelle: § 9 PStG-DV 2013, oesterreich.gv.at, Erzdiözese Wien · Stand November 2026
Was muss ich als Trauzeuge mitbringen?
Einen amtlichen Lichtbildausweis, am besten Reisepass oder Personalausweis. Ob dein Führerschein reicht, klärst du vorher mit dem Standesamt. Alles andere, etwa Ringe, Taschentücher oder deine Rede, sprichst du mit dem Paar ab.
Quelle: oesterreich.gv.at · Stand November 2026
Was unterschreibt ein Trauzeuge?
Am Standesamt die Niederschrift über die Trauung, die auch das Paar und die Standesbeamtin oder der Standesbeamte unterschreiben. Dein Vor- und Familienname wird außerdem im Zentralen Personenstandsregister eingetragen. Bei der katholischen Trauung unterschreibst du in der Kirche, meist im Trauungsprotokoll und im Trauungsbuch der Pfarre.
Quelle: § 18 PStG 2013, § 20 PStG 2013, Österreichische Bischofskonferenz · Stand November 2026
Welche Aufgaben hat ein Trauzeuge in Österreich?
Rechtlich bezeugst du nur die Eheschließung mit deiner Unterschrift. Üblich sind außerdem das Poltern zu organisieren, bei der Planung zu helfen, am Hochzeitstag die Ringe und den Ablauf im Blick zu haben und eine kurze Rede zu halten.
Was muss eine Trauzeugin bezahlen?
Üblich sind das eigene Outfit, Anreise und Hotel, der eigene Anteil am Polterabend und ein Hochzeitsgeschenk, oft als Teil eines gemeinsamen Geschenks. Essen und Getränke bei der Feier zahlt das Brautpaar.
Wer organisiert und wer zahlt den Polterabend?
Meist organisieren ihn die Trauzeugen gemeinsam mit engen Freundinnen oder Freunden. Die Teilnehmenden teilen sich die Kosten, Braut oder Bräutigam sind eingeladen.
Was macht der Trauzeuge bei der Brautentführung?
Nach altem Brauch hätte er auf die Braut aufpassen sollen. Gelingt die Entführung, hilft er beim Suchen und zahlt oft die Runde im Wirtshaus mit. Frag das Paar vorher, ob es den Brauch überhaupt möchte, und halte die Entführung kurz.
Wie viel Geld gibt man als Trauzeuge?
Eine feste Summe gibt es nicht. Viele orientieren sich grob an 100 bis 300 Euro, oft als Anteil an einem gemeinsamen Geschenk. Mehr dazu und einen Rechner fürs Sammelgeschenk findest du bei den Geschenken.
Wie lange sollte die Trauzeugenrede sein?
Etwa drei bis fünf Minuten, das sind rund 350 bis 600 Wörter. Aufbau, Einstiege und zwei Beispielreden stehen auf der Seite zur Trauzeugenrede.
Kann ein Mann Trauzeuge der Braut sein?
Ja. Weder am Standesamt noch in der Kirche spielt das Geschlecht eine Rolle. Die Braut kann ihren besten Freund wählen, der Bräutigam seine Schwester. Für gleichgeschlechtliche Paare, die seit 1. Jänner 2019 heiraten können, gelten am Standesamt dieselben Regeln.
Quelle: § 9 PStG-DV 2013, oesterreich.gv.at · Stand November 2026
Über trauzeuge.at

Quellen
Rechtliche Angaben prüfe ich am Gesetzestext im Rechtsinformationssystem des Bundes und an den Seiten von oesterreich.gv.at, der Stadt Wien und der Kirchen. Die Quelle steht jeweils direkt unter der Angabe. Kosten und Bräuche beruhen auf Erfahrung, Vorschriften gibt es dafür keine.
Wenn etwas fehlt oder sich eine Regel geändert hat, schreib mir kurz. Ich prüfe jeden Hinweis und bessere nach.